Veröffentlicht:28. Juli 2019

Autor:Dorian Schneider

Kategorie:Veranstaltungen, Zaubershows


Zauber.Kunst.Lied

Wenn man Mut zum Experiment aufbringt und es schafft, die natürliche Scheu vor unbegangenen Wegen auszublenden, dann kann man – mit etwas Glück – Innovatives schaffen. Das dachte sich auch die Pianisten Klara Hornig aus Berlin, als sie mich im Sommer 2018 ansprach, mit dem Hinweis auf das Klanggrenzen Festival in Coburg. Auch wenn der Titel das Gegenteil suggeriert: das Klanggrenzen Festival überwindet Barrieren. Die Veranstalter ermuntern die Teilnehmer neue Formate zu schaffen, die klassische Kammermusik mit anderen Kunst- bzw. Kulturformen kombinieren. Das Festival gibt es seit drei Jahren und schuf Formate wie „Kammermusik mit Weinverkostung“, „Kammermusik mit Jazz“, Kammermusik mit Poetry-Slam“, „Kammermusik mit Comedy“ und seit 2019 „Kammermusik mit Zauberei“.


Eine neue Idee wurde geboren


Klara begeisterte mich sofort für die Idee, als sie mir zum ersten Mal davon berichtete. Zusammen mit ihrer engen Freundin, der Leipziger Sopranistin Nora Lentner, erarbeiteten wir zu dritt über mehrere Monate ein Programm, das ausgewählte Kunstlieder – alle mit einem direkten Bezug zur Mystik, dem Unbekannten und Unerklärlichen – mit Zauberkunst inszeniert. Wie bei keinem meiner vorherigen Projekte galt beim Zauber.Kunst.Lied (so tauften wir das gemeinsames Programm): der Weg ist das Ziel. Bei unseren gemeinsamen Arbeitstreffen und Vorbereitungsrunden in Berlin und Leipzig konnte ich mir vieles von den beiden Profimusikerinnen zu den Themen Dramaturgie, Inszenierung, Darstellung und Auftreten abschauen. Eine wunderbare Weiterbildung für mich und meine Zauberkunst.


Ein voller Erfolg!


Ein Zeitungsbericht aus der Coburger Presse zu unserem Abendprogramm „Zauber.Kunst.Lied“.

Die Premiere des Programms fand am 9. Juli 2019 im Pfarrgemeindehaus in Coburg vor ausverkauftem Hause statt. Klara und Nora präsentierten zauberhafte Werke von Mozart, Schönberg, Wolf, Mendelssohn, Schumann, Debussy, Pierrot (und vielen mehr) und ich schlich mich, teils zwischen den Musikpausen teils während die beiden spielten, auf die Bühne, um den Gästen auf meine Art den Boden der Realität unter den Füßen wegzuziehen. Wir haben es tatsächlich geschafft, einen schlüssigen roten Faden zu ziehen, der Musik und Zauberei auf besondere Weise zusammenhielt. Ein voller Erfolg! Der Applaus am Ende des Abends nahm nicht ab und wir wurden gezwungen, eine Zugabe zu spielen, die wir nicht geplant hatten. In dieser Situation half es uns sehr, dass wir Profis sind und uns mittlerweile so gut kannten, dass wir improvisieren konnten.


Quo vadis?


Ein weiterer Zeitungsbericht zur Premiere des Programms.

Zum Ende des Festivals waren wir froh, es geschafft zu haben. Viele Stunden Arbeit wurden von uns in das Projekt gesteckt und die Tage vor der Premiere waren besonders anstrengend und zehrend. Klara und Nora starten jetzt in den wohlverdienten, gemeinsamen Urlaub und ich genieße die Ruhe der Sommerpause, in der ich nur einige Sommerfeste verzaubere, mir ansonsten aber viel Zeit für Kreativ- und Schöpfungsarbeit nehmen kann. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, weiter am Zauber.Kunst.Lied. zu arbeiten und nächstes Jahr eine kleine Tournee zu starten. Wann und wo? Daran kümmern wir uns nach dem Urlaub….

Mit zauberhaften Grüßen
Dorian Schneider